Vorgeschichte der Registrierkasse

James Ritty - Erfinder der Registrierkasse

James Ritty – Erfinder der Registrierkasse

Zugegeben − moderne Kassensysteme mögen kaum noch an die Urtypen erinnern, dennoch ist es Tatsache, dass die heutigen Registrierkassen ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben – genau genommen wurde die erste Registrierkasse 1879 patentiert. Die Erfindung der Registrierkassen wird einem gewissen James Ritty aus Ohio zugeschrieben, einem Lokalbesitzer, dessen Bilanzen am jeweiligen Monatsende ihn derart missmutig stimmten, dass er sich wohl gezwungen sah, sich etwas einfallen zu lassen. Er wollte damit seine unehrlichen Mitarbeiter stoppen, die sich aus der Geldschublade bedienten, wenn niemand zusah.

Die Registrierkasse erlebte somit ihre Geburtsstunde. Ganz so schnell ging es in Wirklichkeit natürlich nicht. Der angehende Erfinder von Registrierkassen ging aus lauter Frust zunächst mal auf eine Schiffsreise und zeigte Begeisterung für den Mechanismus der Dampfmaschine, genauer gesagt für die die Umdrehung der Schiffsschraube – registrierende Anzeige.

 

Geburtsstunde der Registrierkassen

Dies war wahrscheinlich die eigentliche Geburtsstunde der „unbestechlichen“ Registrierkasse. James Ritty war sich sicherlich zu diesem Moment noch nicht bewusst, dass er damit den Weg für die Entwicklung der Registrierkasse geebnet hatte. Fakt ist, dass er gleich nach seiner Rückkehr eine hölzerne Kiste baute, die mit einem Zifferblatt sowie zwei Zeigern versehen war. Die letzteren dienten für die Währungseinheiten Dollar und Cent; zudem verfügte diese Holzkiste über zwei Tasten-Reihen, mit denen die Preisskala repräsentiert wurde. Sobald eine neue Bestellung aufgegeben wurde, erfolgte mit einem Hebel die Addition der entsprechenden Beträge. Wenn auch diese Ausführung noch recht primitiv gewesen sein mag − der Glockenklang, welcher damit stets verbunden war, wurde als das typische Klangzeichen bei den späteren Registrierkassen berühmt.

 

Kauf des Patents

John Patterson

John Patterson kaufte das Patent von James Ritty

Im Jahr 1884 kaufe John H. Patterson James Ritty das Patent und die Firma „The National Manufacturing Company“ ab. Patterson änderte den Firmennamen auf „National Cash Register Company“. Innerhalb weniger Jahre wurde die

Registrierkasse weiterentwickelt und mit einer Papierrolle aufgerüstet.  Mit der wachsenden Elektrifizierung in den Städten, wurden die ersten elektrischen Kassen eingeführt. Die manuelle Rechenwerkkurbel war somit passé. Patterson war mit seinem Unternehmen sehr erfolgreich. Sein Wachstum war sozusagen vorprogrammiert. Im Jahr 1920 wurden bereits mehr als zwei Millionen Registrierkassen verkauft.

 

Registrierkasse im 21. Jahrhundert

Seit dieser Zeit ist die Entwicklung der Registrierkasse von dem hohen technologischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte natürlich nicht unberührt geblieben. Und so mag schon das Äußere allein kaum noch an die ursprüngliche Registrierkasse erinnern. Dies gilt umso mehr für die technische Ausstattung und somit die unterschiedlichen Funktionen, welche die modernen Registrierkassen zu bieten haben.

Mittlerweile sind die Kassensysteme so ausgereift, dass es bereits für jede Branche, jede Anforderung und jedes Bedürfnis die passende Lösung gibt bzw. passend gemacht wird:


Bargeldlose Kassensysteme

sind besonders geeignet für Betriebsrestaurants, Kantinen, Caterer, Krankenhäuser, Universitäten, Stadien und Arenen, Schulen, Automatenbetreiber u.s.w.
Die Bezahlung mit Karte hat nicht nur einen hygienischen Effekt durch das Wegfallen von Bargeld. Auch die Abwicklung durch eine rasche Bezahlung wird erheblich verbessert. Keine langen Warteschlangen mehr, die das Essen kalt werden lassen und die wohlverdiente Pause verkürzen.

Richtlinien, Verordnungen und Gesetze Österreichs

  • E 131 Bescheinigung Kassenrichtlinie (Bescheinigung vom Kassenhersteller über die gesetzmäßige Funktionsweise)
  • Kassenrichtlinien 2012 – BMF (Information über Registrierkassen und Kassensysteme)
  • Belegerteilungspflicht
  • Die Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV)  des BMF schreibt vor, dass jeder Barbeleg ab 01.04.2017 digital signiert werden muss. Dazu dürfen ausschließlich Zertifikate von qualifizierten Vertrauensdienstanbietern verwendet werden. Das Registrierkassen-Zertifikat von A-Trust entspricht allen gesetzlichen Bestimmungen. Die damit erstellten Signaturen basieren auf einem gesetzeskonformen Verfahren unter Verwendung einer sicheren Signaturerstellungseinheit.

Registrierkassenpflicht Österreich – Änderungen

Was kürzlich geändert wurde:

  • Kalte Hände Regelung
    Die nunmehr geplanten Erleichterungen sehen vor, das Umsätze von Unternehmen, die außerhalb
    von festen Räumlichkeiten erzielt werden, von der Registrierkassenpflicht ausgenommen und
    eine einfache Losungsermittlung ermöglicht werden soll („Kalte-Hände-Regelung“). Das soll
    gelten, wenn der außerhalb des Betriebes erzielte Jahresumsatz 30.000 Euro nicht überschreitet.
  • Keine Registrierkassenpflicht für Alm-, Berg-, Ski- und Schutzhütten, wenn die Umsätze
    30.000 Euro nicht überschreiten.
  • Keine Registrierkassenpflicht für Kreditinstitute
  • Das Inkrafttreten für die verpflichtende technische Sicherheitseinrichtung von Registrierkassen wird
    von 1. Jänner auf 1. April 2017 verschoben.

Erleichterungen soll es auch für gemeinnützige Vereine geben. Feste von Vereinen und Körperschaften öffentlichen Rechts – wie zum Beispiel Feuerwehren – sollen im Ausmaß von bis zu 72 Stunden im Jahr einer steuerlichen Begünstigung unterliegen. Bei derartigen Veranstaltung besteht keine Registrierkassenpflicht.

Für politische Parteien sollen die gleichen Regelungen gelten, mit der Einschränkung, dass eine steuerliche Begünstigung nur für ortsübliche Feste zusteht. Dies ist dann gegeben, wenn der Jahresumsatz 15.000 Euro nicht überschreitet und die Überschüsse für gemeinnützige oder politische Zwecke verwendet werden. Die Beschränkungen sollen unabhängig von der Rechtsstruktur jeweils auf Ebene der derzeit bestehenden kleinsten Organisationseinheit – Bezirks- oder Ortsebene – gelten.

Für den Kantinenbetrieb von gemeinnützigen Vereinen – zum Beispiel Fußballverein – soll es künftig keine Registrierkassenpflicht geben, wenn die Kantine an maximal 52 Tagen im Jahr geöffnet und ein Umsatz von maximal 30.000 Euro erzielt wird.

Gewährleistet werden soll auch, dass die freiwillige und unentgeltliche Mitarbeit von Vereinsmitgliedern bei Vereinsfesten – insbesondere bei Zusammenarbeit mit Gastronomen – keine lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit begründet. Generell soll die Zusammenarbeit zwischen Gastronomen und gemeinnützigen Vereinen erleichtert werden, ohne dass dadurch die steuerlichen Begünstigungen für den Verein verloren gehen. Bei unentgeltlicher Mitarbeit von vereinsfremden Personen etwa bei kleinen Vereinsfesten soll der Verein seine steuerlichen Begünstigungen ebenfalls nicht verlieren. Zuwendungen von Vereinen an seine Mitglieder – zum Beispiel im Rahmen von Weihnachtsfeiern – sollen im Ausmaß von bis zu 100 Euro pro Vereinsmitglied möglich sein, ohne dass dies steuerschädlich für den Verein ist.

Unterschied Österreich – Deutschland

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Ländern ist, dass Deutschland die Manipulationseinrichtungen im Gegensatz zu Österreich zertifizieren lassen wird. Damit gibt es keine Diskussionen ob Lösungen zulässig sind oder nicht.

Nicht übernommen wurde aber in Deutschland die Belegerteilungspflicht, die auch in Österreich nicht unumstritten ist. Letztlich sind sie aber die einzige Möglichkeit die sicherstellt, dass die Umsätze auch im Kassensystem eingegeben werden.

In Österreich sind 15.000 Euro Jahresumsatz die Freigrenze für die Umsatzsteuer. In Deutschland liegt sie bisher bei 17.500 Euro.

Der deutsche Gesetzentwurf sieht eine Belegausgabe auf Verlangen des Kunden vor. Es wird damit ausdrücklich gesetzlich normiert, dass jedem Kunden das Recht zusteht, einen Beleg zu fordern. Eine Belegausgabepflicht ist nicht vorgesehen, da steuerliche Kontrollen auch ohne eine derartige Pflicht möglich sind. Ergänzend zu den bereits vorhandenen Instrumenten der Steuerkontrolle in Unternehmen soll als neues Instrument eine Kassen-Nachschau gesetzlich eingeführt werden. Diese Kassen-Nachschau soll als eigenständiges Verfahren speziell zum Zwecke der Überprüfung von Aufzeichnungen mittels Registrierkassen eingeführt werden.  Werden Verstöße gegen die neuen Verpflichtungen zur ordnungsgemäßen Nutzung der technischen Sicherheitseinrichtung festgestellt, können diese als Steuerordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

(D) Als Anti-Manipulationstechnologie wurde das sogenannte INSIKA-Verfahren (Integrierte Sicherheitslösung für messwertverarbeitende Kassensysteme) gehandelt. Hier werden die Einzeldaten signiert – nachträgliche Veränderungen sind nicht mehr unerkannt möglich. Der Schlüssel für die elektronische Signatur wird durch eine Chipkarte erzeugt. Allerdings lehnt der Bund die Einführung eines solchen fälschungssicheren Chipkartensystems ab. Stattdessen sollen elektronische Registrierkassen von Ladenbesitzern ab 2020 über eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung verfügen.

Die Kasse muss stimmen!

Registrierkassen dienen zwar auch dazu, dass in ihnen das bei der jeweiligen Verkaufsabwicklung entgegen genommene Bargeld aufbewahrt wird; die Hauptfunktion der Registrierkasse besteht jedoch darin, eine ordnungsgemäße Buchführung vorzunehmen. Mit Hilfe der Registrierkasse lässt sich am Schluss des jeweiligen Handelstages der getätigte Geld- und Warenverkehr exakt nachvollziehen und hoffentlich ohne dass dabei etwaige Fehlbeträge aufgezeigt werden. Oder anders ausgedrückt: „Die Kasse muss stimmen!“