Fragen & Antworten zur Registrierkassenpflicht

Fragen & Antworten

1. Ab welcher Umsatzgrenze besteht Kassenpflicht?

Bei einem Jahresumsatz über 15.000,– € und Barumsätzen über 7.500,– €.  Bei der Überschreitung von einer Umsatzgrenzen tritt die Registrierkassenpflicht ein.. Ab 1. Jänner 2017 muss zusätzlich eine technische Sicherheitseinrichtung in Ihrem Kassensystem vorhanden sein.

2. Was versteht man unter „Barumsätze“?

Umsätze, die mit Bargeld, Kredit- oder Bankomatkarte, sowie anderen vergleichbaren Zahlungsformen (z.B. Zahlung mittels Mobiltelefon oder PayLife Quick) beglichen werden. Für Kreditkartenzahlungen im Webshop gibt es eine Ausnahme.

3. Ab wann besteht bei Überschreiten der Grenzen Kassenpflicht?

Ab dem erstmaligen Überschreiten müssen Sie mit Beginn des 4. Monats nach Ablauf des Voranmeldezeitraums für die Umsatzsteuer (monatlich oder Quartal) ein geeignetes Kassensystem haben.

4. Wie ist vorzugehen, wenn die Grenzen für die Registrierkassenpflicht 2015 überschritten wurden, der Betrieb aber 2016 aufgegeben wird (wegen Pensionierung oder Verkauf)?

Ein Unternehmer, der die Grenzen im Jahr 2015 überschreitet, muss grundsätzlich ab 1.1. 2016 eine elektronische Registrierkasse haben. Egal, ob er im nächsten Jahr den Betrieb aufgeben wird oder nicht.

5. Was bedeutet der Begriff „Betrieb“ für die Kassenpflicht – sind mehrere Betriebsstandorte einzeln zu bewerten?

Ein Betrieb ist durch eine eigene Buchhaltung gekennzeichnet. Aus steuerlicher Sicht ist ein Betrieb aber nur gegeben, wenn er der Erzielung von betrieblichen Einkunftsarten dient. Ein Betrieb kann zwar mehrere Teilbetriebe (Betriebszweige) oder Betriebsstätten umfassen; der Gewinn ist dennoch einheitlich zu ermitteln.

6. Was versteht man unter Belegerteilungspflicht?

Mit der Belegerteilungspflicht haben Sie bei Barzahlungen die Pflicht einen Beleg auszustellen und dem Käufer auszuhändigen. Dieser muss den Beleg entgegennehmen und bis außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten für Kontrollzwecke durch die Finanzverwaltung. Es sind aber keine Strafen für den Käufer vorgesehen.  Von diesem Beleg  müssen Sie eine Durchschrift oder elektronische Sicherung machen und wie alle Buchhaltungsunterlagen sieben Jahre aufbewahren. Mehr Information zur Belegpflicht.

7. Geht die Belegerteilungspflicht mit der Kassenpflicht zwingend einher?

Die Belegerteilungsverpflichtung gilt für jeden Betrieb ab 1.1.2016 (egal ob Kassenpflicht besteht oder nicht). Ausnahmen von der Belegerteilungspflicht gibt es nur für die „Kalte-Händeregelung“, bestimmte Automaten, Feuerwehrfeste und dergleichen.

8. Welche Ausnahmen bzw. Erleichterung gibt es von der Belegerteilungspflicht bzw. Registrierkassenpflicht?

Für gewisse Unternehmensgruppen bzw. Umsatzarten gibt es Ausnahmen und Erleichterungen

für Umsätze bis zu einem Jahresumsatz von 30.000,– € je Betrieb, die von Haus zu Haus oder auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder anderen öffentlichen Orten, jedoch nicht in oder in Verbindung mit fest umschlossenen Räumlichkeiten ausgeführt werden (Kalte-Händeregelung) ist keine Kassen- und Belegerteilungspflicht vorgesehen.

Weiters für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe von abgabenrechtlich begünstigten Körperschaften (z.B. Feuerwehrfeste) und für bestimmte Warenausgabe- und Dienstleistungsautomaten.
Ebenfalls von der Registrierkassenpflicht befreit sind Betriebe, bei denen keine Gegenleistung durch Bezahlung mit Bargeld erfolgt. Diese Ausnahme betrifft die sogenannten Webshops. Erleichterungen hinsichtlich der zeitlichen Erfassung der Bareinnahmen in die Registrierkasse gibt es für mobilen Berufe (Masseur, Fremdenführer …)

9. Was bewirkt die Ausnahme bei mobilen Berufen?

„Mobile Gruppen“ die ihre Leistungen außerhalb ihrer Betriebsstätte erbringen, wie zum Beispiel Friseure, Masseure, Reiseleiter, Fremdenführer, dürfen einen Beleg erteilen, eine Durchschrift erstellen und erst im Nachhinein den Geschäftsfall in der elektronischen Kasse am Betriebsort eintragen. Mehr Info zu Ausnahmen für mobile Berufe.

10. Gibt es Erleichterungen für Veranstaltungen wie zum Beispiel Feuerwehrfeste?

Bei Vereinsveranstaltungen wie etwa Feuerwehrfeste kann unter folgenden Voraussetzungen die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht entfallen:

  • Umsätze im Rahmen von geselligen Veranstaltungen der Körperschaft, die einen Zeitraum von insgesamt 48 Stunden im Kalenderjahr nicht übersteigen.
  • Die Organisation der Veranstaltung sowie die Verpflegung bei der Veranstaltung werden durch Mitglieder der Körperschaft oder deren nahe Angehörige durchgeführt bzw. bereitgestellt.
  • Bei Auftritten von Musik- oder anderen Künstlergruppen werden nicht mehr als 1.000,– € pro Stunde für die Durchführung von Unterhaltungsdarbietungen verrechnet.

11. Gibt es Erleichterungen für Automatenumsätze?

Bei Warenausgabe- und Dienstleistungsautomaten, die nach dem 31. Dezember 2015 in Betrieb genommen werden, ist weder eine Kasse noch ein Beleg notwendig, wenn die Gegenleistung für die Einzelumsätze 20,– € nicht übersteigt.

Zumindest im Abstand von 6 Wochen ist eine regelmäßig Ermittlung und Aufzeichnung der Anzahl der verkauften Waren anlässlich der Nachfüllung durch Bestandsverrechnung (Endbestand minus Anfangsbestand bzw. Nachfüllmenge) durchzuführen.

Die weitere Nutzung von „Altautomaten“ (Inbetriebnahme vor dem 1.1.2016) ohne Nachrüstung ist bis zum 1.1.2027 möglich.

12. Gibt es Erleichterungen für Webshops – was passiert bei Mischbetrieben?

Grundsätzlich besteht für Webshops keine Registrierkassenpflicht. Wird neben dem Webshop noch ein z.B. Verkaufslokal geführt, dann besteht für dieses Kassenpflicht, wenn die Umsätze der beiden Teilbetriebe zusammen die Umsatzgrenzen übersteigen.

13. Gibt es eine Liste mit zertifizierten Kassenanbietern?

Eine offizielle Liste mit zertifizierten Kassenanbietern steht momentan nicht zur Verfügung. Wir haben uns für Sie die Mühe gemacht, und eine Liste österreichischer Registrierkassensysteme zusammengestellt.

14. Kann ich mein Kassensystem zertifizieren lassen?

Eine Zertifizierung ist nicht vorgesehen. Falls Ihr System noch nicht auf unserer Liste, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

15. Wie viel kostet die Anschaffung einer Registrierkasse?

Das hängt ganz von Ihren Bedürfnissen ab. Sie können sich einen Überblick in unserem Hersteller-/Anbieter Verzeichnis verschaffen.

16. Gibt es Steuerbegünstigungen für die Anschaffung einer Registrierkasse?

Eine Unterstützung zur Finanzierung der vorgeschriebenen Systeme, in der Höhe von 200,– € pro Kassensystem (max. 30,– € pro Erfassungseinheit), können Sie bei Ihrem Finanzamt beantragen. Die Prämie kann bei der jeweiligen Steuererklärung geltend gemacht werden; sie wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben und stellt keine Betriebseinnahme dar (d.h. sie ist steuerfrei). Für die Inanspruchnahme müssen die Ausgaben jedoch vor dem 1.1.2017 erfolgen.  Ihre Ausgaben für die Anschaffung können Sie unabhängig davon steuerlich voll abschreiben. Sie dazu BMF.

17. Sind Symbole oder Schlüsselzeichen statt handelsüblicher Bezeichnung möglich?

Grundsätzlich kann die handelsübliche Bezeichnung oder die Art der sonstigen Leistung auch durch Schlüsselzahlen oder Symbole ausgedrückt werden, wenn ihre eindeutige Bestimmung aus der Rechnung oder aus anderen Unterlagen gewährleistet ist (etwa durch Aushang in den Geschäftsräumlichkeiten).

18. Wer überprüft die Registrierkassen und wie erfolgt die Prüfung?

Die Finanzpolizei oder der Betriebsprüfer kann das Kassensystem im Rahmen einer finanzpolizeilichen Kontrolle, oder im Rahmen von Außenprüfungen, überprüfen.

19. Was sind die Strafen, wenn ich keine Registrierkasse verwende?

Die vorsätzliche Verletzung der Verpflichtung zur Verwendung einer Registrierkasse, sofern dadurch nicht ein anderes Finanzvergehen verwirklicht wird, kann mit bis zu 5.000,– € geahndet werden. Bei einer entsprechenden systematischen Manipulation der Registrierkasse, die ein Verkürzungsdelikt ermöglicht, ist mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000,– € zu rechnen.

20. Wo finde ich weitere Antworten zu diesem Thema

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